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Wenn negative Rezensionen eintrudeln

  • Autorenbild: Carla Park
    Carla Park
  • 2. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Wer Geschichten veröffentlicht steht schnell in der Kritik. Irgendjemanden gibt es immer, der an meiner Arbeit etwas auszusetzen hat.


Vor allem mein historischer Roman "Hatschepsut - Aufstieg einer Pharaonin" musste in letzter Zeit ein paar schlechte Rezensionen einstecken. Davon darf man sich aber nicht verrückt machen lassen, denn Autoren-Bashing sagt oft mehr über den Verfasser aus als über den Autor selbst.


Eine Rezension lautete wie folgt, im Originaltext:

Ich hatte mich gefreut mal etwas neues über Ägypten und die Pharaonen zu funden

Ich gestehe ja ein das man sich etwas Mühe gegeben hat das Buch zu schreiben.

Ich fand den style flach und ohne tiefe im Text. Wenn man eine Landschaftsbeschreibung möchte ok.

Aber ansonsten wenn man wirklich etwas über hatschepsut wissen möchte... Es gibt wesentlich besser fachlich gute Literatur.

Das Geld tut mir leid

Auf Grund des schreibstyle habe ich nach 100 Seiten abgebrochen. Dafür ist mir meine Zeit zu kostbar


Hier lohnt in der Tat ein genauerer Blick. Diese Rezension liest sich wie eine etwas abgewandelte Version einer früheren (schlechten) Rezension. Eine Überprüfung des Nutzerprofils ergab, dass diese Person sonst praktisch nie Bücher rezensiert, weshalb sich die Frage nach der Authentizität stellt.


Es gibt massenhaft Fachliteratur zum Alten Ägypten, und ständig kommen wieder Artikel und Bücher heraus. Da muss man wirklich nicht lange suchen, geschweige dann darauf warten, mal was Neues zu finden. Dass ein Roman nicht die strengen Anforderungen von Fachliteratur erfüllt, ist für mich selbstverständlich - sonst hätte ich eine Biographie geschrieben. Wer immer diese Rezension verfasst hat, kennt sich weder auf geschichtlichem noch auf schriftstellerischem Terrain aus.


Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau der Rezension lassen auf deutliche Defizite in der deutschen Sprache schließen. Oder handelt es sich womöglich um eine KI-Rezension? Im Geiste sah ich die Eingabemaske von Chat-GPT vor mir, mit dem Prompt: "Erstelle mir bitte eine negative Rezension von Hatschepsut - Aufstieg einer Pharaonin".


Mein Schreibstil ist stellenweise anspruchsvoll. Das gebe ich gerne zu. Der Verfasser mag Gründe für die sprachlichen Defizite haben, was das Lesen meiner Bücher sicherlich erschwert. Auch ich spreche manche Sprachen nur rudimentär (zum Beispiel Italienisch). Dafür kann ich aber nicht die muttersprachlichen Autoren verantwortlich machen. Dass der Rezensent trotz der nicht unbeträchtlichen Sprachprobleme einhundert Seiten lang durchgehalten haben will, finde ich bemerkenswert. War mein Roman am Ende etwa doch spannender als zugegeben?


Bevor ihr euch von einer miesen Rezension herunterziehen lasst, überlegt euch erst mal, ob es sich hierbei um konstruktive Kritik handelt - oder um einen Fall von Autoren-Bashing. Damit setzt ihr die Dinge wieder in die richtige Perspektive.


 
 
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